Ahrenshoop liegt landschaftlich reizvoll auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Als Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr Maler nach Ahrenshoop kamen, entwickelte sich eine lebendige Kunstszene. Das Erbe dieser Künstlerkolonie ist noch heute deutlich erkennbar, denn die Ortschaft besteht aus zahlreichen Kunsthäusern, Galerien und Werkstätten. Für Kulturinteressierte ist Ahrenshoop schon lange kein Geheimtipp mehr.

Im Ortsbild von Ahrenshoop findet man viele reetgedeckte Bauernhäuser, die vor über 300 Jahren gebaut wurden. Auch die Fischerkaten zeigen die typischen reetgedeckten Dachstühle. Inmitten dieser traditionellen Häuser gibt es auch Institutionen der Kunst, nachdem 1890 die ersten Landschaftsmaler wegen des Lichts nach Ahrenshoop kamen. Als Stilmittel dominiert die klassische Moderne und viele Künstler aus Berlin besuchten die Kolonie im hohen Norden. Darunter waren sogar bekannte Künstler wie Heckel, Jawlensky und Feininger. Zu den ältesten Galerien gehört der sogenannte Kunstkaten, ein blau gestrichenes Reetdachhaus. Hier laufen seit 1909 diverse Ausstellungen, die in Zusammenhang mit der Künstlerkolonie stehen. Einen anderen Ansatz zeigt das Neue Kunsthaus, das seit 1994 zeitgenössische Arbeiten ausstellt. Dazu gehören moderne Plastiken, Fotografien oder Malereien junger Künstler und Stipendiaten aus Mecklenburg-Vorpommern. Auch der umliegende Skulpturen-Garten ist Teil des Kunsthauses und Besucher können hier die Kunst unter freiem Himmel begutachten.

Seit 2013 hat Ahrenshoop ein modernes Kunstmuseum, das man in einem Dorf mit nur 600 Einwohnern nicht vermuten würde. Doch die über 120-jährige Geschichte des Künstlerortes war für private Spender der Grund für diese ungewöhnliche Investition. Die Sammlung umfasst über 500 Gemälde und Grafiken, die auf den Ursprung der Künstlerkolonie zurückgehen und zugleich kunsthistorisch relevant sind. In den Ausstellungen werden die Bilder der Ahrenshooper Künstler mit den Positionen wegweisender Künstler verglichen. Zudem werden auch aktuelle Künstlerpositionen einbezogen, die unterschiedliche Medien nutzen (Video-Kunst, Installationen). Zu den Veranstaltungen gehören auch Filmabende und Konzerte, die regelmäßig angeboten werden.

Die „Lange Nacht der Kunst“ wird seit 2001 veranstaltet und zeigt die lebendige Künstlerszene von Ahrenshoop. Jeweils im August haben die Galerien und Kunsthäuser bis Mitternacht geöffnet und präsentieren diverse Sonderveranstaltungen. Dabei gibt es Kunstauktionen, bei denen Werke aus der Gründerzeit der Kolonie versteigert werden. Besucher können auch Lesungen und Konzerte aufsuchen und in den Ateliers und Keramikwerkstätten den Künstlern über die Schulter schauen.

Ahrenshoop ist ein lebendiger Künstlerort, von denen es in Deutschland nur wenige gibt. Wer in der Umgebung seinen Urlaub verbringt, sollte auch einen Abstecher nach Ahrenshoop machen.

JoomShaper